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Stand: 06.12.2010

VHL-Wörterbuch

Auf dieser Seite finden Sie vom Verein für von der von Hippel - Lindau Erkrankung betroffene Familien e.V. ein veröffentlichtes Wörterbuch, das Begriffe rund um die von Hippel-Lindau Erkrankung enthalten. Dieses Wörterbuch kann online (als HTML) oder auch zum offline-betrachten und ausdrucken (als PDF-File) abgerufen werden.

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Medizinisch-genetisches Wörterbuch

Abdomen: Bauch  

Adenin: siehe Basen

Adjuvant: die Wirkung zusätzlich unter­stützend, ergänzend

Adrenal: zur Nebenniere gehörend

Adrenalin: in der Nebenniere produzier­tes Stresshormon

akut: Plötzlich auftretend, von heftigem und kurzandauerndem Verlauf (im Gegensatz zu chronisch).

ambulant: Es ist kein Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Aminosäure: Baustein (kleinste Funkti­onseinheit) von Proteinen. Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren.

Anästhesie: Unempfindlichkeit gegen Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreize z.B. als gewünschtes Ergebnis ei­ner Betäubung.

Anamnese: Krankengeschichte; Art, Beginn und Verlauf der Erkrankungen, Operationen, (aktuelle) Beschwerden und das Befinden, welche im ärztlichen Ge­spräch mit dem Kranken erfragt werden.

Angiogramm: Gefäßdarstellung, meist mit Kontrastmittel

Angiom: Gefäßgeschwulst

Angiomatose: Vielzahl von Angiomen

Anomalie: Fehlbildung, Abweichung von der Norm

Antiangiogenese: Hemmung der Gefäßneubildung  

Assoziation: Verknüpfung  

asymptomatisch: ohne Beschwerden, ohne Krankheitszeichen  

Autosom: Im Genom werden die nicht-geschlechtsbestimmenden Chromoso­men von den geschlechtsbestimmenden Chromosomen unterschieden. Die nichtgeschlechtsbestimmenden Chromoso­men heißen Autosomen. Beim Menschen gibt es 22 Autosomenpaare (alle Autosome kommen doppelt vor). 

autosomal: von einem nichtgeschlechtsbestimmenden Chromosomen bestimmt

Basen: (auch: Stickstoffbasen, Nukleobasen) sind Bausteine der DNS. Es gibt vier verschieden Basen: Adenin (A), Thymin (T), Cytosin (C) und Guanin (G). A und G sind sogenannte Purinbasen, die sich chemisch aus einem 6-Ring- und 5-Ring-Molekül zusammensetzen. C und T sind Pyrimidine, d.h. sie bestehen aus einem 6-Ringmolekül. In der RNA wird Thymin durch eine abgewandelte Form Uracil (U) ersetzt.

Basenpaare: Das Genom besteht aus doppelsträngiger DNS. Die kleinste Baueinheit der DNS ist die Base. Es gibt vier verschiedene Basen A, G, T, C. Bei der Ausbildung des Doppelstranges können sich nur bestimmte Basen paaren, z.B. A mit T, T mit A, C mit G und G mit C. Die über physikalische Kräfte (Wasserstoffbrücken) verknüpften Kombinationen im DNA-Doppelstrang heißen Basenpaare.

Benigne: gutartig

Bestrahlung: siehe Strahlentherapie

Biopsie: Entnahme von Gewebe oder Zellen aus einem lebenden Organismus mittels eines Instrumentes (z.B. Spezialkanüle oder Skalpell) zur mikroskopischen Untersuchung. Bezeichnung entweder nach der Art der Entnahmetechnik oder dem Entnahmeort. Besondere Bedeutung bei Gehirntumoren hat die stereotaktische Biopsie, bei der mit Hilfe ei­ner feinen Nadel oder Zange auch tieflie­gendes Tumorgewebe schonend und sicher gewonnen werden kann.  

Brachytherapie: Die interstitielle Brachytherapie ist eine lokale Strahlenbe­handlung, bei der ionisierende Strahlungsquellen in das Tumorgewebe einge­bracht werden.

Cerebellum, cerebellär: Kleinhirn, zum Kleinhirn gehörig  

Cerebrum: Gehirn

Chemotherapie: Allgemein wird unter Chemotherapie die Hemmung von Tumorzellen im Organismus durch Verwen­dung von Medikamenten verstanden. Da diese sog. zytostatischen Medikamente hoch wirksam sind, muss bei der Herstellung strengstens auf höchste Reinheit geachtet werden. Bei Tumorpatienten versteht man unter Chemotherapie in der Regel die Behandlung mit zytostatischen Medikamenten.  

Chromosomen: Strukturen, die sich im Kern einer Zelle befinden und die die Gene enthalten. Chromosomen liegen paarweise vor. Eine normale menschliche Zelle hat 46 Chromosomen: 22 Paare von Autosomen und zwei Geschlechtschromosomen.  

chronisch: anhaltend (im Gegensatz zu akut)  

Computertomographie (CT): Compu­tergestütztes röntgendiagnostisches Verfahren zur Herstellung von Schnittbildern (Tomogramme, Quer- und Längsschnitte) des menschlichen Körpers. Die Bilder errechnet der Computer mit Hilfe von Röntgenstrahlen, die durch die zu untersuchende Schicht hindurchgeschickt werden.

Coping: Bezeichnet die Art des Umgangs mit einem als bedeutsam und schwierig empfundenen Lebensereignis oder einer Lebensphase. 

coronar: Schnittebene bei CT oder MRT parallel zur Stirn  

Cytosin: siehe Basen  

Deletion: Verlust eines DNA Abschnitts. Dies kann der vollständige Verlust sein, oder es können nur Teile des Gens betroffen sein (partielle Deletion).  

Desoxyribonukleinsäure: (siehe DNS)

Diagnose: Krankheit, auch: auf Grund genauerer Beobachtungen und Untersuchungen abgegebene Beurteilung über den Zustand einer Krankheit.

Diagnostik: Sammelbegriff für alle Untersuchungen, die zur Feststellung einer Krankheit angewendet werden sollen. 

Dialyse: Blutreinigungsverfahren

Diffus: zerstreut, ohne genaue Abgrenzung  

Differentialdiagnostik: Bezeichnet die Gesamtheit aller Diagnosen, die alternativ als Erklärung für die erhobenen Symptome (Krankheitszeichen) oder medizinischen Befunde in Betracht zu ziehen sind. 

DNA: (siehe DNS)  

DNS: (Abkürzung für Desoxyribonuklein­säure) Die Substanz der Vererbung: ein großes Molekül, das die genetische Information trägt, die die Zellen benötigen, um sich zu replizieren (= sich in identischer Kopie zu verdoppeln) und um Eiweiße zu produzieren.  

DOPA: Dihydroxyphenylanalin, ein Stoffwechselprodukt der Katecholamine  

Dopamin: siehe Katecholamine

Drainage: Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen über entsprechende Röhrchen, Schläuche o.ä.  

Drüse: Ein- oder mehrzellige Organe, die spezifische Wirkstoffe (Sekrete) bilden und diese nach außen (z.B. in die Mundhöhle, Magen und Darm) oder nach innen, direkt in die Blut- oder Lymphbahn abgeben (Hormondrüsen).

Eiweiß (auch Protein im wissenschaft­lichen Sprachgebrauch): Ein komplexes Molekül, das aus Aminosäuren aufgebaut ist. Eiweiße üben in der Zelle be­stimmte Funktionen und Aufgaben aus. Beispiele sind Hormone, Enzyme oder Antikörper. Umfang und Sequenz der Aminosäuren und somit auch die biologische Funktion sind als Bauplan (Gen) im Genom verankert.

ELST: Tumor des „Endolymphatic Sac“, eine Ausstülpung des Innenohres in Richtung Gehirn.

Endogen: im Körper selbst, im Körperinneren entstehend, von innen kommend  

Endokrin: In das Blut absondernd. Die Schilddrüse ist z.B. eine Drüse, die ihre Hormone endokrin absondert.

Endokrinologie: Lehre von der Funktion der Hormondrüsen z.B. der Nebenniere.

Endolymphsystem: Flüssigkeitsgefülltes Gangsystem im Innenohr.  

Endoskop: Mit elektrischer Lichtquelle und Spiegelvorrichtung versehenes Instrument zur Untersuchung von Hohlor­ganen und Körperhöhlen.  

Endoskopie: Ausleuchtung und Inspektion von Hohlräumen mit Hilfe eines Endoskops mit der Möglichkeit einer Gewebeprobeentnahme sowie zur Durchführung kleinerer operativer Eingriffe unter optischer Kontrolle.

Enukleation: Herausnehmen eines Tumorknotens oder Entfernung eines Augapfels.  

Enzyme: Spezielle Eiweißstoffe im menschlichen Körper, die ganz verschie­dene Aufgaben haben. Enzymgemische werden z.B. von der Magen-Darm-Schleimhaut, von Leber und Bauchspeicheldrüse produziert und dienen der Zerkleinerung bzw. Verarbeitung der Nahrungsstoffe.  

exokrin: (gr.: exo = außen und krin = (ab) -scheiden, -sondern); exokrine Drüsen geben ihre im Körper gebildeten Wirkstoffe (Sekrete) wie Enzyme nach außen z.B. an die Haut oder in den Darm ab.

exogen: außerhalb des Organismus entstehend, von außen her in den Organismus eindringend

Extraadrenal: Außerhalb der Nebenniere, nicht zur Nebenniere gehörend.

Felsenbein: Knochenanteil in der Schädelbasis, der den inneren Gehörgang und Hör- und Gleichgewichtsorgane enthält. 

fokal: von einem Herd ausgehend 

Gadolinium: Kontrastmittel für Kernspintomographie 

Gen: Einheit der Vererbung; eine aktive Untereinheit der DNS. Jedes von den 20.000 bis 25.000 Genen des Körpers enthält den Code für ein bestimmtes Produkt, normalerweise ein Eiweiß wie z.B. ein Enzym oder ein Struktureiweiß (Zellwand etc.).

Genotyp: Kennung der Basenzusammensetzung an einem bestimmten Genort. Betrachtet man einen beliebigen Genort, z.B. ein C, so ist der Genotyp normalerweise CC, da dieses C im Genom wegen des doppelten Chromosomensatzes zweimal vorkommt. Eine Eigenschaft des Genoms ist jedoch seine hohe Variabilität (Polymorphie), d.h. es gibt Genorte, an denen zwar auf einem Chromosom ein C vorkommt, auf dem anderen Chromosom jedoch an gleicher Stelle ein T vorkommt. Je nach Kombination der Chromosomen können sich Menschen daher im Genotyp unterscheiden. Es gibt immer drei mögliche Genotypen: z. B. CC (homzygot), CT (heterozygot) und TT (homozygot). Eine Besonderheit des veränderten Genotyps ist die Keimbahnmutation bei erblichen Erkrankungen. Hier kommt es z.B. durch einen Basenaustausch ebenfalls zu einem veränderten Genotyp, der zur Beschreibung der Mutation herangezogen werden kann. 

Geschlechtschromosomen: Die Chromosomen, die das Geschlecht eines Organismus bestimmen. Frauen haben zwei X-Chromosomen; Männer haben ein X- und ein Y-Chromosom. 

Glaskörper: Gallertmasse im Inneren des Auges.  

Guanin: siehe Basen  

Hämangiom: Gefäßtumor  

Hämangioblastom: Gefäßreicher Tumor, der bei VHL-Patienten typischerweise im ZNS vorkommt.  

Hämatologie: Die Lehre vom Blut und seinen Erkrankungen.

Hereditär: erblich  

Histologie/histologisch: Wissenschaft und Lehre vom Feinbau der Gewebe. Die mikroskopische Betrachtung eines durchsichtigen und speziell angefertigten Gewebeschnittes erlaubt meistens die Beurteilung, ob eine gutartige oder bösartige Gewebswucherung (Tumor) vorliegt und gibt auch Hinweise auf den Entstehungs­ort des Tumors.  

Hormone: Botenstoffe des Körpers, die in spezialisierten Zellen und Geweben hergestellt werden und auf dem Blut- oder Lymphweg ihren Wirkort erreichen.  

Immunsystem: Das körpereigene Abwehrsystem gegen Krankheiten. Wesentliches Merkmal der Abwehrkräfte ist ihre Eigenschaft, Fremdsubstanzen zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu aktivieren.  

Immuntherapie: Die Immuntherapie von Tumorerkrankungen setzt solche Zellen oder Botenstoffe im Organismus ein, die sich im Dienste der körpereigenen Abwehr befinden. Unter bestimmten Bedingungen kann eventuell eine Abwehrreaktion gegen das Geschwulstgewebe erzielt werden.  

Implantat: Zusammenfassende Bezeich­nung für künstliche Stoffe und Teile, die zur Erfüllung bestimmter Ersatzfunktionen für einen begrenzten Zeitraum oder auf Lebenszeit in den menschlichen Körper eingebracht werden.  

Indikation: Steht grundsätzlich dafür, ob bei einem bestimmten Krankheitsbild der Einsatz einer bestimmten medizinischen Maßnahme angebracht ist. Der Begriff findet sich häufig in Zusammenhang mit Operationen, man spricht dann von der Operationsindikation.  

Infusion: Zufuhr größerer Flüssigkeits­mengen (Nährlösungen, Medikamente) über einen in einem Blutgefäß liegenden Katheter - meist tröpfchenleise - in den Organismus.  

Injektion: Einführung von Flüssigkeit (z.B. eines Medikaments) in den Organismus mit Hilfe einer Spritze.

Inselzelltumor: Neubildung der sogenannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Dies sind die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Hormone produzieren, von denen das wichtigste das Insulin ist.  

Insertion: Einschub zusätzlicher Basen in einer DNS-Sequenz. Es kommt zum abnormal verlängerten DNS-Abschnitt, eine Form von Mutation, die einer erblichen Erkrankung zugrunde liegen kann.

Insulin: Hormon der Bauchspeicheldrüse, regelt den Blutzuckerspiegel im Körper.  

Interferone: Botenstoffe, mit denen sich die körpereigenen Abwehrzellen untereinander verständigen. Diese Stoffe können heute künstlich hergestellt werden und finden Anwendung bei der Behandlung verschiedener Krebsarten.  

intravenös: Die Verabreichung eines Medikaments in die Vene.  

Irritation: Reizung  

Kältechirurgie: Zerstörung von Gewebe wie z.B. Tumorgewebe durch Kälte; dabei wird die betreffende Stelle über wenige Sekunden beispielsweise mit flüssigem Stickstoff behandelt.

Karzinogene: Substanzen, die die Krebsentstehung begünstigen.  

Karzinom: Geschwulst, die aus Deckge­webe (Epithel) entsteht. Karzinome besitzen viele, hinsichtlich des Gewebeauf­baus und des Wachstums unterscheidbare Formen.  

Katecholamine: Anregende / Stimulie­rende Neurotransmitter und Hormone. Sie entfalten ihre Wirkung an den Rezeptoren des Herz-Kreislaufsystems. Unter dem Begriff Katecholamine werden die Verbindungen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin zusammengefasst. Beim Abbau entstehen die Metanephrine (Metanephrin und Normetanephrin) als Zwischenprodukte mit diagnostischer Bedeutung. Die Endabbauprodukte im Urin sind Homovanillinsäure (Dopamin) und Vanillinmandelsäure (Adrenalin und Noradrenalin).

Katheter: Röhren- oder schlauchförmiges, starres oder biegsames Instrument zum Einführen in Hohlorgane, Gefäße oder Körperhöhlen. Durch einen Katheter kann von dort Inhalt entnommen oder Substanzen dorthin eingebracht werden.

Keimbahnmutation: siehe Mutation  

Kernspintomographie, Magnetreso­nanztomographie (MRT): Die Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, welches sich der elektromagnetischen Schwingung von Gewebebestandteilen in einem künstlich erzeugten Magnetfeld bedient. Es stellt mit hoher Auflösung Strukturen im Schädelinneren dar und liefert damit präzise Schnittbilder des Gehirns. Ungeeignet ist sie häufig für Patienten mit Herzschrittmachern, für Patienten mit Ängsten und für Menschen, denen nur eine sehr kurze Untersuchungs­zeit zugemutet werden kann.  

Konsil, konsiliarisch: Bezeichnet in der Medizin die patientenbezogene Beratung eines Arztes durch einen anderen ärztlichen Kollegen, meist einen Facharzt.  

Kontrastmittel: Sie werden gegeben, um im Röntgenbild bestimmte Strukturen besser darzustellen. Röntgenstrahlen werden vom Kontrastmittel mehr (positives Kontrastmittel) oder weniger (negatives Kontrastmittel) abgeschwächt als vom umgebenden Körpergewebe. Dadurch kommt es zu einer kontrastreicheren Darstellung des Organs, in dem sich das Kontrastmittel befindet.  

Kurativ: heilend, auf Heilung ausgerichtet  

Läsion: Allgemein für krankhafte Veränderung  

Laparoskopie: Endoskopischer Eingriff im Bauchraum  

Laserkoagulation: Verklebung von Gewebe durch Bestrahlung mit gebündel­tem Licht, d.h. Verbrennung mit Laser  

Latent: stumm, verborgen  

Lateral: seitlich  

Liquor cerebrospinalis: Nervenwasser. Es umspült das gesamte Gehirn und das Rückenmark und befindet sich auch im Inneren des Gehirns, wo es die Gehirnkammern ausfüllt. Lokal: örtlich  

Lokalisation: der genaue Sitz im Körper  

Lymphknoten: Die linsen- bis bohnengroßen Lymphknoten sind an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen) Filter für das Gewebswasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung Lymphdrüsen ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen. Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.

Lymphozyten: (kleine, weiße Blutkörperchen) Blutzellen, die die Abwehr von Krankheiten und Fremdstoffen zur Aufgabe haben. 

Magnetresonanztomographie: siehe Kernspintomographie

Makula: Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut

Maligne: bösartig

Manifestation: das Erkennbarwerden von Krankheiten  

Manuell: mit der Hand  

Metanephrine, Metanephrin: siehe Katecholamine

Metastase: Krankheitsherd, der durch die Verschleppung von krankheitserregendem Material (Tumorzellen, Bakterien) aus einem ursprünglichen Krank­heitsherd entsteht. Im engeren Sinne ist damit die Metastase eines bösartigen Tu­mors gemeint (Fernmetastase: Metasta­se, die auf dem Blut- oder Lymphweg übertragen wird und fern des ursprünglichen Tumors angetroffen wird). Eine Metastasierung kann hämatogen, d.h. über den Blutweg, oder lymphogen, d.h. mit dem Lymphstrom erfolgen. Hämatogene Metastasen sind mit Operation oder Strahlentherapie nur sehr selten zu be­kämpfen, während bei lymphogenen Metastasen eine Operation, eine Chemotherapie und / oder eine Bestrahlung noch ausreichend wirksam sein kann.  

Mikrochirurgie: Spezialgebiet der Chirurgie, das sich mit Operationen unter dem Mikroskop befasst.  

Minimal: äußerst gering  

minimal-invasive Eingriffe / Operatio­nen: Eingriffe, die in ihrer Auswirkung für den Patienten so gering wie möglich gehalten werden.  

Missense-Mutation: Ein Mutationstyp, bei dem durch den Austausch einer Base der Code für eine Aminosäure geändert wird. Dadurch kommt es zum „veränderten Sinn“, d.h. es wird jetzt eine andere Aminosäure kodiert.  

Molekulargenetik: Wissenschaft, die die Genetik auf der Ebene der Moleküle erforscht.  

Morbidität: Krankheitshäufigkeit, Anzahl von Erkrankungen.  

Morphologie, morphologisch: Lehre von der Struktur und Form der Organismen.

Mortalität: Sterblichkeit

MRT / MRI: siehe Kernspintomographie

Multipel: mehrfach, an verschiedenen Orten gleichzeitig  

Mutation: Ist eine dauerhafte Verände­rung des Erbgutes. Sie betrifft zunächst nur das Erbgut einer Zelle, wird aber von dieser an alle eventuell entstehenden Tochterzellen weitergegeben. Bei mehrzelligen Lebewesen kann man unterscheiden zwischen Keimbahn-Mutationen, die an die Nachkommen weitergegeben werden können, und somatischen Mutationen, die in anderen Geweben stattfinden und daher nicht an die Nach­kommen weitergegeben werden. 

Nebenniere: Hormondrüse über der Niere, die u.a. Adrenalin produziert.  

Nephrektomie: Operative Entfernung einer Niere  

Nephrologe: Nieren-Spezialist  

NET: Abkürzung für neuroendokrine Tumoren, also für Tumoren, die sich aus neuroendokrinen Zellen entwickeln. Dies sind Zellen, die Ähnlichkeiten mit Nervenzellen aufweisen (daher die Bezeichnung "neuro-"), gleichzeitig aber Hormone produzieren können. Diese Zellen befinden sich vor allem im Magen, im Darm und in der Bauchspeicheldrüse. Deshalb spricht man auch von GEP-NET oder Gastro-Entero-Pankreatische neuroendokrine Tumoren ("Gastro" für Magen, "Entero" für Darm, Pankreas für Bauchspeicheldrüse).  

Neumutation: Isoliert, d.h. zum ersten­mal auftretende Mutation bei einem Erkrankten in einer Familie, die keine Familiengeschichte der Erkrankung aufweist.  

Neural: vom Nervensystem ausgehend  

Neurochirurgie: Teilgebiet der Chirurgie, das die Diagnostik und operative Behandlung von Erkrankungen des Nerven­systems umfasst. Bei der Mikro-Neurochirurgie werden Eingriffe am Gehirn mit Hilfe eines Operationsmikroskops durchgeführt.

Noradrenalin: in der Nebenniere produziertes Stresshormon  

Normetanephrin: siehe Katecholamine  

Nukleotid: Eine Untereinheit der DNS oder RNA, die aus einer chemischen Base plus einem Phosphatmolekül und einem Zuckermolekül besteht.  

Ödem: Häufig schmerzlose, nicht geröte­te Schwellung infolge Ansammlung wässriger Flüssigkeit in Gewebespalten, etwa der Haut oder Schleimhäute. Das Gehirn neigt in besonderer Weise zur Schwellung (Hirnödem).  

Onkogen: Träger von Erbinformationen, die das Zellwachstum und die Reifung regulieren und mit der Entartung von gutartigen Zellen in bösartige zu tun haben.

Onkogenese: Krebsentstehung  

Onkologie: Lehre von Krebserkrankungen. Onkologen sind Ärzte mit speziellen Kenntnissen auf dem Sektor der Tumortherapie und -biologie.

Operabilität: Operierbarkeit; so beschaffen, dass man operieren kann

Oral: den Mund betreffend, durch den Mund  

Pankreas: Bauchspeicheldrüse  

Pankreatektomie: Entfernung der Bauchspeicheldrüse

Pankreaszysten: bläschenartige Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchspei­cheldrüse

Papille: Eintrittstelle des Sehnerven in die Netzhaut = blinder Fleck

Paragangliom: Neubildung (Tumor) der Paraganglien. Paraganglien sind eine Nervenstruktur neben der Wirbelsäule, die zum autonomen Nervensystem gehören. 

Parameter: Messgröße  

Pathologie: Lehre von den abnormen und krankhaften Veränderungen im menschlichen Organismus, insbesondere von den Ursachen sowie Entstehung und Entwicklung von Krankheiten und den dadurch hervorgerufenen organischen Veränderungen und funktionellen Auswirkungen.

Periduralanästhesie: Örtliche Betäu­bung, die über einen zwischen Rückenmark und Wirbelsäulenkanal gelegenen Spalt (Periduralraum) erfolgt.

Perkutan: durch die Haut, von außen

PET: Abkürzung für Positronen-Emissions-Tomographie; Untersuchung, bei der über die Aufnahme einer radioaktiv mar­kierten Substanz und ihren nachfolgenden Stoffwechsel ein Bild des Körpers oder einzelner Abschnitte angefertigt wird. Tumoren und/oder Metastasen wei­sen meist einen gegenüber gesundem Gewebe erhöhten Stoffwechsel auf und heben sich dadurch in dem tomographischen Bild vom gesunden Gewebe ab.

Phäochromozytom: Meist gutartige Tumore des Nebennierenmarks oder gleichartig gebaute Tumoren im Bauchraum, sehr selten im Brustraum oder Becken.

Phänotyp: Erscheinungsbild einer Krankheit bei erblichen Erkrankungen, oft als Auswirkung einer Mutation benutzt: Genotyp-Phänotyp-Korrelation.  

Physiotherapie: Behandlung von Krankheiten mit naturgegebenen Mitteln wie Wasser, Wärme, Licht und Luft.

Plasma: Blutbestandteile; man gewinnt sie, wenn man die Zellen (rote, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) anzentrifugiert.

Positronen-Emissions-Tomographie: siehe PET

postoperativ: nach der Operation auftre­tend, einer Operation folgend

postoperative Behandlung: Behand­lung nach einer Operation  

prädisponierend: eine Krankheit begünstigend

präklinisch: vor Entstehung von Krankheitszeichen, vor der klinischen Behandlung  

Prävention: vorbeugende Maßnahmen  

primär: an erster Stelle stehend, zuerst

Primärtumor: Die zuerst entstandene Geschwulst, von der Metastasen ausgehen können.

Prognose: Vorhersage einer zukünftigen Entwicklung (z.B. eines Krankheitsver­laufes) aufgrund kritischer Beurteilung des Gegenwärtigen, oft auch zeitlich im Sinne der noch erwarteten Lebenszeit gebraucht.  

Protein: siehe Eiweiß

Punktion: Entnahme von Flüssigkeiten aus dem Körper durch Einstich mit einer Hohlnadel zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.  

Punktmutation: Austausch einer Base gegen eine andere Base  

Radiatio: Kurzform für Radiotherapie, Behandlung mit Strahlen.

Radiologe: Röntgenarzt  

Radioneurochirurgie: Spezialgebiet der Neurochirurgie, bei der ionisierende Strahlen zum Einsatz kommen. Siehe auch stereotaktische Radioneurochirurgie.

Radiotherapie (Radiatio): Strahlenbehandlung

Rearrangement: Eine Umlagerung von Chromosomen, die Mutationen in Genen verursachen kann.

Rehabilitation: Maßnahmen zur Wieder­eingliederung bzw. zur medizinischen Wiederherstellung, beruflichen Wiederbefähigung und sozialen Wiedereingliederung in Form von Übergangshilfe, Übergangsgeld, nachgehender Fürsorge von Behinderten und Beseitigung bzw. Minderung der Berufs-, Erwerbs-, und Arbeitsunfähigkeit.

Resektion: Operative Entfernung von kranken Organteilen.

Retina: Netzhaut des Auges

Retroperitonealbereich: Der hinter dem Bauchfell gelegene Bauchraum; hier liegen die Nieren, die Nebennieren, die Blutgefäße Aorta und Vena cava, d.h. die großen Blutleiter und die Harnleiter.  

reversibel: umkehrbar, heilbar

Rezidiv: "Rückfall" einer Krankheit, im engeren Sinn ihr Wiederauftreten nach einer erscheinungsfreien Periode

Screening-Untersuchung: (engl. Bildschirm/durchsieben) systematischer Suchtest, Verfahren zur Reihenuntersuchung

Sekret: von Zellen abgesonderte Flüssigkeit, z.B. Verdauungssekret

sekundär: an zweiter Stelle

Skalpell: Kleines chirurgisches Messer mit feststehender Klinge.

Somatisch: in der Körperzelle stattfindend - im Gegensatz zur Keimzelle, die vererbt wird, werden Körperzellen nicht weitervererbt (siehe Mutation)

Sonographie (Ultraschalluntersu­chung): Untersuchungsmethode, bei der Ultraschallwellen durch die Haut in den Körper eingestrahlt werden, wo sie an Gewebs- und Organgrenzen zurückge­worfen werden. Die zurückgeworfenen Wellen werden von einem Empfänger aufgenommen und mit Hilfe eines Computers in Kurven oder Bilder verwandelt. Es tritt keine Strahlenbelastung auf.

Sporadisch: nicht erblich, d.h. spontan entstehend.

Stereotaktische Radioneurochirugie: Mit Hilfe der Stereotaxie können für einen bestimmten Zeitraum ionisierende Strahler in Kunststoffkathetern oder in Form kleiner Stifte (seeds) in die betroffene Gehirnregion eingeführt werden. Dies führt zu einem Gewebeuntergang (Strahlennekrose) in einem Bezirk des Gehirns, der idealerweise genau der Tu­mormasse entspricht.

Stop-Codon: Jeweils drei Nukleotide ko­dieren für eine Aminosäue. Kommt es in einer Dreierfolge von Nukleotiden zum Sequenzfolge TAG, TAA oder TGA, so bedeutet dies auf der Ebene der Eiweiß­synthese (Translation) das Stoppen bzw. den Abbruch der Eiweißsynthese. Die Folge davon ist ein verkürztes oder verkrüppeltes Eiweißmolekül, das seine Funktion nicht mehr wahrnehmen kann.

Strahlenbehandlung (Radiotherapie): Anwendung ionisierender Strahlen zu Heilungszwecken. Hierbei werden grund­sätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung eines Röntgenbildes zu diagnostischen Zwe­cken. Man unterscheidet die interne Strahlentherapie ("Spickung" mit radioaktiven Elementen) und die externe Strahlentherapie, bei der der Patient in be­stimmten, genau festgelegten Körperre­gionen von außen bestrahlt wird. Beide Methoden können auch gemeinsam zur Bekämpfung eines Tumorleidens eingesetzt werden. Die Strahlentherapie unterliegt strengen Sicherheitsauflagen, die eine Gefährdung des Patienten vermeiden helfen.

Symptom: Krankheitszeichen

Syndrom: Gruppe von Krankheitszeichen oder Organveränderungen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Entstehungsursache oder -entwicklung charakteristisch ist.

Syrinx/Syringomyelie: Blasenbildung oder flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Rückenmark

Szintigraphie/Szintigramm: Untersuchung und Darstellung innerer Organe mit Hilfe von radioaktiv markierten Stoffen. In einem speziellen Gerät werden dabei von den untersuchten Organen durch aufleuchtende Punkte Bilder erstellt, die als Schwarzweißbilder z.B. auf Röntgenfilmen ausgegeben werden können. Anhand des Szintigramms kann man auffällige Bezirke sehen und weitere Untersuchungen einleiten.

Teilresektion: operative Teilabtragung oder -entfernung von kranken Organteilen

Therapie: Behandlung einer Krankheit

Transplantation: Übertragung von Zellen, Gewebe oder Organen auf ein anderes Individuum oder eine andere Körperstelle.

Transversal: horizontal

Tumor: Unkontrolliert wachsende Zellwucherungen, die im gesamten Körper auftreten können.

Tumorareal: Aussiedlungsfläche des Tumors

Tumormarker: Stoffe, deren Nachweis oder genauer gesagt erhöhte Konzentration im Blut einen Zusammenhang mit dem Vorhandensein und/oder dem Verlauf von bösartigen Tumoren aufweisen kann. Diese Tumormarker sind jedoch nicht zwangsläufig mit dem Auftreten eines Tumors verbunden und können in geringen Mengen (Normalbereich) auch bei Gesunden vorkommen. Tumormarker eignen sich besonders für die Verlaufskontrollen von bekannten Tumorleiden. Weniger sind sie als Suchmethode zur Erstdiagnose eines Tumors geeignet.

Thymin: siehe Basen

Ultraschalluntersuchung: siehe Sonographie

VEGF: Gefäßwachstumsfaktor

Viren: Sammelbezeichnung für bestimm­te Krankheitserreger, die sich außerhalb des Körpers nicht vermehren können.

Zystadenom: Tumor mit blasenförmigen Anteilen

Zyste: Ein- oder mehrkammerige, durch eine Kapsel abgeschlossene, sackartige Geschwulst mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt.

Zytologie/zytologisch: Wissenschaft und Lehre vom Bau und von den Funk­tionen der Zelle. Wird auch gebraucht für die mikroskopische Untersuchung von Zellen im Abstrich oder Punktionsmaterial von Körpergeweben bzw. Zellausstrich von Körperflüssigkeiten.

Zytostatika: Medikamente, die das Wachstum von Tumorzellen bevorzugt hemmen, aber auch gesunde Zellen in gewissem Ausmaß schädigen können. Häufig wird dabei die Zellteilung verhin­dert (siehe auch Chemotherapie).